Allergien

Allergische Erkrankungen kommen relativ häufig vor. Täglich kommen wir in Kontakt mit zahlreichen Substanzen, sei es über die Atmung, über die Ernährung oder über die Haut. Unser Immunsystem erkennt in der Regel die Stoffe als harmlos und macht sie unschädlich. Bei Personen mit allergischen Erkrankungen ist das Immunsystem aus dem Gleichgewicht geraten und reagiert überschiessend auf den Kontakt mit dem Allergen. Je nach betroffenem Organ ist die allergische Reaktion unterschiedlich: Es kann Heuschnupfen oder Asthma, Juckreiz im Mund- und Rachenbereich, entzündete Augen, Ausschläge auf der Haut wie Ekzeme oder Nesselfieber auslösen, Juckreiz oder Schwellungen induzieren. Nicht selten können auch Medikamente, durchaus auch harmlose wie zum Beispiel Aspirin, Allergien verursachen.

 

Diagnose

Damit wir allergische Erkrankungen optimal behandeln können, müssen wir durch ausführliche Gespräche und verschiedene Tests herausfinden, welche Allergene für die Reaktionen verantwortlich sind. Sind die Verursacher aus der Umwelt, also Pollen, Hausstaub oder Tierhaare, liegt eine Inhallations-Allergie vor, sind die Reaktionen auf die Ernährung zurückzuführen oder sind Insekten für Schwellungen, Rötungen und im schlimmsten Fall für Kreislaufbeschwerden und Bewusstlosigkeit verantwortlich?


Bei den Abklärungen versuchen wir die Art der allergischen Reaktion einzugrenzen. Dabei helfen uns verschiedene Hauttests: Beim Pricktest wird die Allergie-auslösende Substanz in flüssiger Form auf die Haut des Unterarmes oder auf den Rücken getropft und mit der Prick-Nadel punktförmig in die Haut gestochen. Beim Intrakutantest wird eine kleine Menge des Allergens in die Haut gespritzt. Diese Hauttests wenden wir für den Nachweis von Soforttyp-Reaktionen an. Der Nachweis von Spättyp-Reaktionen bei Kontaktallergien dauert etwas länger. Es handelt sich dabei um den Patchtest. Dabei tragen wir das Allergen auf die Haut auf und decken die Stelle mit einem Patch ab. In zwei bis drei Tagen können wir das Resultat ablesen.


Als weiteres Instrument für die Diagnose steht uns der Bluttest zur Verfügung. Dabei untersuchen wir das Blut gezielt auf Antikörper gegen einzelne Allergene. Über 500 verschiedene Allergene können damit getestet werden. Dieser Test gibt uns auch Aufschluss über Kreuzreaktionen. Wenn zum Beispiel ein Pollen-Allergiker auf Nahrungsmittel wie Sellerie, Tomaten, Äpfel und Nüsse allergisch reagiert.

 

Behandlung

Allergische Erkrankungen werden je nach Ursache unterschiedlich behandelt. Bei Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen hilft oft nur der konsequente Verzicht auf das entsprechende Nahrungsmittel. Auch bei Kontakt-Allergien gilt es, den Auslöser zu meiden. Bei Soforttyp-Allergien, also bei Heuschnupfen, Asthma oder Insektenstich-Allergien stehen uns Antiallergika in Tabletten-, Tropfen- und Sprayform zur Verfügung. Als einzige langfristige Therapie können wir auch eine Desensibilierung, auch Allergieimpfung genannt, anbieten. Das ist die einzige Behandlungsmethode, die tatsächlich die Ursachen der Allergie bekämpft.

Wichtig ist vor allem, dass eine Therapie bei einer Allergie-Erkrankung frühzeitig angewendet wird, damit sich die Krankheit nicht ausweitet. Eine unbehandelte Pollenallergie zum Beispiel kann sich zu einem allergischen Asthma entwickeln.