Hyperhidrose

Die Hyperhidrose oder das übermässige Schwitzen ist ein unangenehmes Problem, das sich sehr störend auf den Alltag auswirken und erhebliche psychologische und soziale Folgen haben kann. Betroffene leiden erheblich unter dem vermehrten Schwitzen, sind oft in ihren beruflichen und privaten Aktivitäten massiv eingeschränkt. Manche Menschen schwitzen am ganzen Körper übermässig stark, andere nur an einzelnen Körperstellen – meist an Achselhöhlen, Händen, Füssen oder im Gesicht. Die Schweissdrüsen der betroffenen Stellen sind ohne erkennbare Ursache überaktiv. Bei einer generell gesteigerten Schweissproduktion dagegen ist nicht selten eine innere Krankheit Ursache des Problems.

 

Diagnose

Bei der klinischen Beurteilung genügt in den meisten Fällen das Berühren und das Beobachten der betroffenen Stellen. Es gibt aber auch objektive Messverfahren. Bei der gravimetrischen Messung wird die auf einem saugfähigen Papier entstehende Schweissmenge gewogen. Bei der colorimetrischen Messung bedienen wir uns einer alkoholischen Lösung und Getreidestärke. Eine weitere Methode besteht in der Messung des Haut-Leitwertes.

 

Therapie

Je nach Schweregrad gehen wir bei der Behandlung individuell vor. Deodorants beeinflussen oder verzögern die mit der Schweißbildung oftmals einhergehende Geruchsbildung, in dem sie die dafür verantwortlichen Bakterien auf der Hautoberfläche bekämpfen. Die lokal anwendbaren Antitranspirante mit 8-20% Aluminiumchlorid-Salz Anteil unterbinden die Schweißbildung durch verschliessen der Schweißdrüsen für bis zu 72 Stunden

Die Leitungswasser-Iontophorese mit einem schwachen Gleichstrom zeigt gute Wirkung an Händen, Füssen und Achseln. Damit wird die Reizschwelle der Schweissdrüsensekretion erhöht.

Mit Botolinum-Toxin blockieren wir gezielt den Sekretionsreiz. Dazu muss das Medikament gezielt in das schweissbildende Areal mit einer sehr feinen Nadel appliziert werden. Die Wirkung dieser Massnahme hält 4-12 Monate an und kann dann wiederholt werden.

Wenn alle diese Therapien keinen Erfolg bringen,  können die Schweissdrüsen chirurgisch entfernt und/oder abgesaugt werden. Dieses Verfahren beschränkt sich allerdings nur auf die Schweissdrüsen in der Achselhöhle.

In schweren Fällen können auch gewisse Nervenstränge, die für die Aktivität der Schweissdrüsen zuständig sind, chirurgisch durchtrennt werden.

 

Weiterführende Links

http://www.schwitzen.org/Download/Ratgeber-bei-uebermaessigem-schwitzen.pdf